Schulkalender

November 2018
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Die HvK zu Besuch in der jüdischen Schule

Am Freitag, dem 17.08.2018, waren der Q1 DS-Kurs, begleitet von ihren Lehrerinnen Frau Nickel und Frau Firsching, der Antirassismus AG sowie Teilen unserer Schulleitung, darunter Herrn Shaikh als Schulleiter, Herrn Heimann als Oberstufenleiter und Herrn Krönker als Fachbereichsleiter, in Frankfurt und haben die private Ganztagsschule „I.E. Lichtigfeld-Schule“ der jüdischen Gemeinde in Frankfurt am Main besucht. Diese hatte uns eingeladen, nachdem sie auf das Stück „Das siebte Kreuz“ unserer jetzigen Q1 aufmerksam wurde. Dieses wurde dann auch bei unserem Besuch von den fast 30 DS-Schülern vor den Jahrgängen acht, neun und zehn der Lichtigfeld-Schule aufgeführt.

Unsere Q1er waren bereits gegen 8.00 Uhr morgens im Frankfurter Nordend angekommen, während die Antirassismus AG gegen 10.00 Uhr zur einstündigen Aufführung des Stückes eintraf. Auf die Aufführung folgte eine entspannte und sehr interessante Fragerunde rund um das aufgeführte Stück, an der alle Anwesenden eifrig teilnahmen. An unsere Q1 wurden Fragen über die Entstehung der Inszenierungsidee, über die gewählte Reihenfolge der Szenen, die vom Original abweicht, und warum nur ganz bestimmte Szenen aus dem Werk übernommen wurden, gestellt. Zusammengefasst fielen die Antworten wie folgt aus:

„Es war ein Vorschlag der für uns zuständigen Fachkräfte, die im Rahmen von „Frankfurt liest ein Buch“ ein Stück aufführen wollten. Den Bezug zu Anna Seghers Werk zu schaffen war einfach, da wir unter anderem auch jüdische Freunde haben, weshalb wir uns dafür entschieden. Bei der Reihenfolge war es uns in erster Linie nicht wichtig, der Chronologie der Handlung des Buches genau zu folgen, sondern die größte Wirkung bei den Zuschauern zu erzielen. Natürlich konnten nicht alle Szenen eingebracht werden, da sonst auch das Stück zu lang geworden wäre und wir bereits lange daran arbeiten mussten, das Stück so weit zu bekommen, wie es letztlich ist. Tatsächlich haben wir bereits früh im zweiten Halbjahr des letzten Schuljahres angefangen und uns in Gruppen sehr lange beraten, welche Szenen unserer Meinung nach die aussagekräftigsten und interessantesten sind.“

Die gestellten Fragen zeugten davon, dass das Stück tatsächlich seine Wirkung bei den Zuschauern hatte. Es wurden natürlich auch Fragen an die Schülerinnen und Schüler der Lichtigfeld-Schule gestellt, wobei wir vieles erfahren haben. Die Schule hat mit 525 Schülern nicht nur etwa 800 Schüler weniger als unsere Schule, sondern auch besonders kleine Klassen. Die zehnte Klasse, was der Einführungsphase der Oberstufe entspricht, hat an der Lichtigfeld-Schule nur elf Schülerinnen und Schüler. Die kleine Anzahl ist auch einer der Hauptgründe, warum sie, im Gegensatz zu unserer Schule, keine DS-Kurse in der Oberstufe anbietet. Dennoch gebe es sehr viele AGs und die Tatsache, dass es sich um eine jüdische Schule handelt, mache sich auch am Stundenplan bemerkbar, da, anders als bei uns, unter anderem Fächer wie „jüdische Religion“ zusätzlich unterrichtet werden. Die Schule besitzt außerdem einen eigenen Gebetsraum, den wir freundlicherweise besichtigen durften.

Als Nächstes stand das Mittagessen an. Das Highlight hierbei waren die Gebete, die nach jüdischem Glauben vor Beginn und nach Beendigung des Essens gesprochen werden müssen. Es wurde auf Hebräisch gebetet und hatte auch etwas von Gesang. Bei dem guten und leckeren Essen konnten erstmals persönliche Kontakte zwischen den Schülerinnen und Schülern und auch zwischen den Lehrkräften der beiden Schulen geschlossen werden. Nach Stärkung durch das Essen wurden wir von den Schülerinnen und Schülern der Lichtigfeld-Schule durch das Schulgebäude und über das Schulgelände geführt. Anschließend war die zehnte Klasse der jüdischen Schule dran, uns den jüdischen Sabbat näherzubringen. Dafür wurde uns das Konzept selbst und die tatsächlich sehr strengen Regeln erklärt und gezeigt, wie ein Tisch zum Sabbatbeginn gedeckt wird. Zudem wurden uns die Gebete vorgestellt, die am gedeckten Tisch gesprochen werden, und danach wurden uns unabhängig vom Sabbat religiöse Lieder und Tänze vorgestellt, bei denen wir sogar mitmachen konnten. Nachdem wir uns im Anschluss daran noch den Gebetsraum anschauen durften, war der Tag auch bereits vorbei und wir mussten die Schule verlassen. Es war aber definitiv kein Abschied auf längere Zeit, da sogar schon vor Ort geplant wurde, wann die Schulen wieder gemeinsam etwas unternehmen könnten.

Serkan Arikan, Q3 (23.08.2018)